Personen- und Güterbahnhof Aachen West
Im Jahre 1858 bestand der Aachener Westbahnhof in seiner heutigen Form noch nicht.
Die Aachener Maastrichter Eisenbahngesellschaft so wie die Aachen-Düsseldorf-Ruhrorter Eisenbahngesellschaft nutzten den Bahnhof Templerbend.
Seine Lage war analog zum Namen der heutigen Straße "Templergraben". Hier errichtete der Preußische Staat
das "Preussisch-Königliches Polytechnikum", heute RWTH (Universität) Hauptgebäude, in den Benden, also am Rande gelegen.
Hinter diesem Hauptgebäude lag der Bahnhof, etwa zwischen dem heutigen Auditorium Maximum und der Gleiskurve an der Bärenstraße.
Mein Großvater zur damaligen Zeit "Preußisch königlicher Lokomotivführer" erzählte des Öftern davon.
Die Bahntrasse verlief von Richterich kommend, nach der Straßenüberführung der Roermonder Straße, am Haus Linde, in Aachen-Laurensberg, dort gerade aus. Heute biegt sie hinter den Vorsignalen nach rechts ab (siehe Foto). Die heutige Bebauung der Straße "Tittartsfeld" entspricht der damaligen Trassenführung. Ab der Straße "Am Rosenhügel" ist der Alte Bahndamm in Richtung Lousberg noch vorhanden (Spazierweg). Ende der 1960er Jahre wurde der Bahndamm für die Schlossparkstraße durchbrochen. An der Schloss Rahe Straße unterquert man durch eine Brücke den Damm. Im Zuge des Autobahnbaues (A 4) Richtung Niederlande wurde eine Zubringerstraße (Kohlscheider Straße) gebaut und der Bahndamm ein letztes mal durchbrochen.
Im Jahr 1872 wurde die Strecke nach Welkenraedt in Belgien erbaut. Zu diesem Zweck wurde der Gemmenicher Tunnel in Richtung Belgien errichtet. Die Strecke führte hinter dem westlichen Portal gerade aus, überquerte den Weg vom Dreiländereck nach Gemmenich und verlief durch Gemmenich (Bf an der Straße nach Vaals) in Richtung Bleiberg (Plombiéres) nach Welkenraedt. Der Güterbahnhof Montzen bestand zum damaligen Zeitpunkt noch nicht.
Im Zuge der Erweiterung der "Rheinisch Westfälischen Technischen Hochschule" (Universität) wurde ein Neubau des heutigen Personen- und Güterbahnhofes, mit Betriebswerk, nötig. Am 1. Oktober 1910 nahm der Güterbahnhof und am 30.Oktober der Personenbahnhof seinen Dienst auf. Die Betriebswerkstätten an der Weststraße zogen in die Schlottfelder Straße (BW) um.
Das alte Empfangsgebäude am Republikplatz wurde bei einem Bombenangriff 1944 zerstört. 1948 wurde das bis heute stehende Gebäude im Stil der 50er Jahre errichtet. Eine Bahnfunktion hat es nicht mehr. Der Zugang zu den Personenbahnsteigen besteht vom Seffenter Weg (Eisenbahnunterführung) aus. Zwei Bahnsteige dienen zum Ein- und Aussteigen. In Aachen-West halten die RE 4 nach Dortmund Hbf über Wuppertal, die RB 20 (Euregiobahn) und die RB 33 "Rhein-Niers Express" nach Duisburg Hbf.
Anfang der 1970er Jahre im Zuge der Elektrifizierung wurde die alte Brücke an der Turmstraße abgerissen und eine neue vierspurige Brücke erbaut. Als Ende der 70er Jahre der Außenring um die Stadt Aachen gefertigt wurde, musste der Rangierbereich 2 , in Höhe der Schlottfelder Straße (BW + Sportanlagen), unterquert werden. Die Tunnelröhre wurde so konzipiert, dass der Gleisbereich um ein Vielfaches verbreitert werden konnte. Leider sahen nach Fertigstellung des Pariser Ringes die Pläne der Deutschen Bundesbahn dann anders aus. Zu Gunsten des Güterbahnhofes Köln Gremberg und der Erweiterung des Containerbahnhofes Köln-Eifeltor wurde schrittweise der Güterumschlag in Aachen-West und die Containerverladung eingestellt. 1995 wurde der Containerkran abgerissen. Die Güterabfertigung und das Expressgut geschlossen. Die grenzüberschreitenden Züge wurden jetzt nicht mehr zerlegt und neu zusammengestellt. Die Ablaufberge 1 + 2 wurden nicht mehr genutzt. In der Gleisharfe, Rb 2, wurden längere Zeit N-Wagen abgestellt die auf ihre Verschrottung warteten.
Die Gleisharfe im Rb 1 ist zugewachsen, Gleise sind teilweise entfernt, das Stellwerk R 1 abgerissen.
Im Rb 3 sind die Gleise 77-88 und das Bediengleis der Fa Schenker 191 + 192 schon längere Zeit ausgebaut. Das Stellwerk Rb 3 ist ohne Funktion.
Seit Jahreswechsel 2008/09 sind, bedingt durch die Elektrifizierung der Strecke nach Montzen (Bahnhof stillgelegt) und weiter nach Antwerpen, auch die Diesellokomotiven der Baureihen 55 der SNCB/NMBS in Aachen-West verschwunden.
Das belgische Lokpersonal mit der Baureihe 28 (E 186 Traxx) versieht seinen Dienst jetzt in Aachen West bei COBRA (Corridor Operations Belgium Rail) zusammen mit deutschen Kollegen.
Seit geraumer Zeit arbeiten Ingenieure an der Vermessung des Geländes, östlich des befahrenen Bereiches, zur Planung des "Campus Westbahnhof" der Universität Aachen.
Die Tage der Güterabfertigungsanlagen mit ihren Gleisen sind gezählt.
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Alter Bahndamm
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Bahnhof Aachen West
Stellwerk Awf
Rangierbereich 3
Der Rangierbereich 3 diente zur offenen Güterverladung und zur Abstellung.
25 Gleise mit einer Gesamtnennlänge von 5550m, davon zwei Anschlussgleise zur Firma Schenker. 26 Weichen regelten den Rangierbetrieb.
Eine Kopframpe mit Seitenverladung. Der DB Straßenroller hat zwei Anschlussgleise. Ein Ladekran zum Um- und Zurechtladen mit einer Hubkraft von 40 t stand auch zur Verfügung.
In der Containerverladung stand ein 35 t Portal zur Verfügung. Der Zollschuppen hatte ein eigenes Kopfgleis an der Ladestraße. Komplettiert wurde der Bereich durch eine Waggonwaage.
Seit mehreren Jahren liegt dieser Bereich brach. Einige Gleise wurden zum Abstellen von Bauzugfahrzeugen genutzt. Auch beim Ausstellen von schadhaften Gefahrgutwagen, für den Feuerwehreinsatz, war eine Nutzung noch möglich.
Jetzt im November 2011 sind die Tage für den Bereich gezählt. Container einer Baufirma sind aufgestellt und einige Gleise sind mit Bergkies verfüllt.
Es regt sich was im Abrisswald!
Rangierbereich 3
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November 2011
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Aachen West
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