Eisenbahnrelikte

Bahnhof Aachen Süd (Buschtunnel)

Der Bahnhof Aachen Süd/Abzweig

Beginn der Rampe nach Aachen Hbf

Bahnhof Aachen-Süd

Bis 1969 war der Bahnhof, neben Aachen-West, ein wichtiger Abfertigungsbahnhof für Güter.

Vier Bahnhofsgleise dienten der Zugabfertigung (Übergangszettel) und zwei Durchfahrgleise sorgten für regen Verkehr.

Internationale D-Züge mit Kurswagen nach London und Paris und die TEE Saphir und Diamant nach Paris Nord durchfuhren diesen Bahnhof.

Der Fahrdienst wurde von drei Stellwerken geregelt. Das Fahrdienstleiter Stellwerk (Asf), heute Gartenlaube, befand sich am Eingang des Bahnhofes am Ende der Rampe von Aachen HBF. Im Mittelbahnhof, unweit vom Tunnelportal (links), stand ein großes flach gehaltenes Wärterstellwerk (Fachwerk) Aachen Süd Mitte (Asm) mit Blockwerk, Hebelbank etc.. Hinter der Tunnelröhre ca 50m links befand sich das Wärterstellwerk "Asw" (mechanisch), ein recht hoch gebauter, dunkler Ziegelbau mit großer Fensterfront. Während "Asm" den Bahnhofsbetrieb und die Ausfahrtgruppe bediente, sicherte "Asw" die Fahrstrassen des Abzweiges nach Montzen (L 24 A belgische Linienbezeichnung) und die Hauptstrecke (Brüssel) zum belgischen Stellwerk Hergenrath. Ferner befand und befindet sich, noch auf deutscher Seite, eine Anrufschranke (Luerweg), die die Hauptstrecke sichert und von "Asw" bedient wurde. Das weitest entfernte Hauptsignal stand ca 1.200m
in Richtung Montzen, es wurde mittels Kurbel betätigt.

Alle baulichen Anlagen sind in den frühen Siebzigern entfernt worden, lediglich das Fahrdienstleiter Stellwerk hat als Gartenlaube überlebt.

Die Gleisanlagen sind im Zuge des Baus des "Neuen Buschtunnel", 2005 bis 2007, demontiert worden.

Abzweig nach Montzen


Am Bahnkilometer 75 zweigte die 1918 in Betrieb genommene und bis 1969 befahrene Strecke nach Montzen ab.
Diese Strecke war dem Güterverkehr, bis auf ein kurzes Intermezzo während des zweiten Weltkrieges, vorbehalten.
Aus diesem Grund wurde ein Überführungsbauwerk geschaffen, auf dem ein Hauptgleis in Richtung Hergenrath (Brüssel) die abzweigende Strecke nach Montzen (L24A belgische Bezeichnung) kreuzungsfrei überbrückte. Die Trasse fädelte hinter Kelmis (La Calamine), am Turmbahnhof Moresnet Kapelle, in die L 24 Aachen-West nach Montzen ein.
Nach der Stilllegung wurde hinter dem Überführungsbauwerk die Gleise und Signale in Richtung Kelmis entfernt. Ab Bahnkilometer 75 wurde das nun gekappte Gleis auf neuer Trasse verlängert und in das Hauptgleis Richtung Brüssel eingebunden. Das parallel zum Überführungsbauwerk verlaufende Gleis aus Brüssel wurde demontiert. Die neue Streckenführung Brüssel-Aachen verlief nun über und unter dem Überführungsbauwerk.

Auf der Trasse L 24A, die durch den Stadtwald dies- und jenseits der Grenze verlief, wurden die Geländeeinschnitte, Anfang der siebziger Jahre, zum größten Teil mit Bauschutt aus Aachen und Kelmis verfüllt, so dass ihr Verlauf nicht mehr oder nur mehr teilweise sichtbar ist. Die Eisenbahnbrücke über die Lütticher Straße ist noch vorhanden.

Heute 2011 ist von der ehemaligen Trassenführung im Bereich des Buschtunnels und der Hauptstrecke nach Brüssel nichts mehr zu erkennen.

Das Gelände wurde völlig neu konzipiert und der heutigen Hochgeschwindigkeitsstrecke angepasst.

Zugunglück 1974

1974 ereignete sich vor dem östlichen Tunnelportal ein Unglück. Ein Güterzug, der aus Gleis 8 Richtung Belgien abfahren wollte, stieß in Flankenfahrt mit einem von Aachen-HBF kommenden D-Zug zusammen. Bei diesem Großeinsatz der Aachener Berufsfeuerwehr zur nächtlichen Stunde gehörte ich mit zu den erst eintreffenden Beamten des ersten Abmarsches. In völliger Dunkelheit, bepackt mit Leitern und Rettungsgeräten, sind wir die Böschung am Tunnelportal (Wald) vom Ronheider Berg (Straße) kommend zur Unglücksstelle vorgegangen. Es sah aus wie nach einem Bombenangriff. Normaler Weise werden Einsatzstellen von uns fotographisch dokumentiert, in diesem Fall wurden alle Hände benötigt. Im Archiv der Feuerwehr ist kein einziges Eigenfoto vorhanden.
Bilder vom Einsatz der Berufsfeuerwehr und den Aufräumarbeiten der Bundesbahn können Sie in der Bildergalerie betrachten.


Der Aachener "Buschtunnel"


Das Bauwerk wurde von 1838 bis 1843 erbaut, sein östliches Portal liegt am Bahnkilometer 73,6 im Volksmund auch Ronheider Tunnel (691m) genannt. Am westlichen Portal ist die Jahreszahl 1894 in Stein gemeiselt. Er war bis zur Inbetriebnahme des "Neuen Buschtunnel" (911m) im September 2008 der älteste befahrene Eisenbahntunnel Deutschlands.
Er liegt im Aachener Stadtwald in Höhe der Waldgaststätte "Waldschenke", unterhalb der Lütticher Strasse (B 264a). Er ist der Scheitelpunkt der Ronheider Rampe, ihm ehemals vorgelagert war der Grenzübergangsgüterbahnhof Aachen Süd.

Seine bauliche Substanz im Inneren, sowie die der beiden Tunnelportale (Ziegelmauerwerk), waren so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass ab Mai 2009, der Buschtunnel komplett saniert wurde.

Es wurde geplant und ausgeführt, die bis dato zweigleisige Röhre wurde analog der neuen Röhre saniert und für den eingleisigen Hochgeschwindigkeitsverkehr umgebaut.

An der Alten Röhre liefen trotz des strengen Winters, im Februar 2010 mit reichlich Schnee, die Sanierungsarbeiten.

Anfang Oktober 2011 waren die Arbeiten an der Röhre beendet.

Am 23.10.2011 durchfuhr der erste ICE den Alten Buschtunnel.


 

Drei Stellwerke

"Asf" Foto von 2005
"Asf" Foto von 2005
Die Reste vom ehemaligen Stellwerk Asm
Die Reste vom ehemaligen Stellwerk Asm
Innenaufnahme vom Stellwerk Asw 1968
Innenaufnahme vom Stellwerk Asw 1968



Überführungsbauwerk

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Linie L 24a Richtung Montzen

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Zugunglück 1974

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Bauphase 2005 bis 2007

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Fertigstellung

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Neubau Brücke Entenpfuhler Weg

Provisorische Brücke
Provisorische Brücke
Blick Richtung Gut Entenpfuhl
Blick Richtung Gut Entenpfuhl
Am Pfeiler wird gearbeitet
Am Pfeiler wird gearbeitet
Noch ein Teil fehlt
Noch ein Teil fehlt



Die Sanierung 2009 bis 2011

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Die Fertigstellung Oktober 2011

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Beide Röhren sind befahrbar 23.10.2011

Alter und Neuer Buschtunnel am 01.N0vember 2011
Alter und Neuer Buschtunnel am 01.N0vember 2011
01.November 2011 der Thalys verlässt den Neuen Buschtunnel nach Brüssel
01.November 2011 der Thalys verlässt den Neuen Buschtunnel nach Brüssel
Brücke Entpfuhler Weg
Brücke Entpfuhler Weg
24.10.2011 der ICE 15 von Brüssel kommend verläst den Buschtunnel
24.10.2011 der ICE 15 von Brüssel kommend verläst den Buschtunnel
Der fertige Buschtunnel
Der fertige Buschtunnel
ICE 15 schleicht durch die Röhre
ICE 15 schleicht durch die Röhre





Anrufschranke: Luerweg

Das Dreiländereck lässt grüßen
Das Dreiländereck lässt grüßen
Die Anrufschranke im Luerweg
Die Anrufschranke im Luerweg
Grenze DB zur SNCB
Grenze DB zur SNCB
Noch wenige Meter zur Grenze
Noch wenige Meter zur Grenze
Blick Richtung Buschtunnel
Blick Richtung Buschtunnel



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